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Corona und die Gastronomie

Viele kämpfen, aber nicht alle können ewig durchhalten. Etliche Gastronomien haben bereits die Segel gestrichen oder sind etwaigen Hilfen zum Trotz kurz davor zu schließen.

Die Gastronomie Szene steht sehr im Fokus der Corona Politik und der Öffentlichkeit, da es die meisten Menschen beruflich oder freizeitlich betrifft. Durch Kurzarbeitergeld und Corona-Hilfen werden die Unternehmen so gut es geht unterstützt. Jedoch hilft es nicht allen Gastronomen gleichermaßen. Dafür sind die Geschäfte zu unterschiedlich. Sei es in ihrer Quadratmeter Zahl, in der Anzahl der Filialen, die eine Restaurantkette umfasst, ob es sich um Cafés, Bars, Abendrestaurants oder Clubs handelt, wie viele Mitarbeiter beschäftigt sind oder eben auch – mit Blick auf das Kurzarbeitergeld – wie „katholisch“ die Mitarbeiter bis dato bezahlt wurden. Die Vielfalt macht den Spaß am Flanieren durch Städte und dem „mal wieder was neues ausprobieren“ aus. Aber es ist auch die Hürde, an der so manche Gastronomie gescheitert ist.

Als Gastronom musste man im letzten Jahr jedenfalls ganz schön in die Trickkiste greifen und zu kreativen Lösungen kommen, um den Vorschriften zu entsprechen und den Betrieb am Laufen zu halten.

März, 2020. Alle Restaurants müssen schließen, lediglich Speisen To Go sind erlaubt. Maximal 2 Personen auf 20 Quadratmeter dürfen sich in geschlossenen Räumen aufhalten. Alle Bars und Clubs gehen schon mal leer aus und müssen schließen. In Restaurants versucht man mit Stickern oder Absperrband den Boden zu bekleben, damit die Gäste Anhaltspunkte entdecken, bis wohin sie sich aufhalten dürfen. Mit viel zu vielen überdimensionierten Schildern vor der Eingangstür werden die Gäste auf die Verringerte Besucherzahl hingewiesen. Die Bereitschaft draußen vor dem Restaurant zu warten, war von Beginn an gegeben. Und das ehemals so liebevoll dekorierte Lokal sah nun leider aus wie eine deutsche Verkehrskreuzung mit Zebrastreifen in einem Verkehrsberuhigten Bereich.

Als die Infektionszahlen schließlich nach unten gingen, hat die Stadt den Gastronomen die Genehmigung zur Errichtung von „Schanigärten“ erteilt. Das beste Mittel gegen steigende Infektionszahlen, ist es nun mal, geschlossene Räume zu meiden. So konnten die Restaurants ihren Außenbereich um einige Sitzplätze vergrößern und mehr Gäste empfangen. Und einen schönes Stadtbild haben die individuell gestalteten, mit Europaletten ausgelegten und bunten Lichterketten verzierten, kleinen Terrassen an den Straßenseiten abgegeben. Der Sommer war bescheiden schön.

Viele Bars versuchten durch den Bau einer kleinen Küche auch kleine Speisen kreieren zu können, um so öffnen zu dürfen und ein paar Gäste bewirten zu können. Dolch wie viel Geld will man in die Hand nehmen, für vielleicht ein bis zwei Jahre, um einen kleinen Anteil seines üblichen Umsatzes durch normalerweise durchzechte Partynächte einzunehmen? Aber so manche taten es und sie konnten wieder ein bisschen Normalität erleben.

Ja, der Sommer hat sich fast wieder wie „davor“ angefühlt. Die Maske, die man bis zu seinem Sitzplatz im Biergarten oder Restaurant tragen musste, war ein definitiv geringfügiges Opfer, das man aufbringen musste, um einen ausgelassenen Abend zu verbringen. Bis in den späten Abend draußen sitzen und danach in eine Bar oder einen Club weiterziehen, das blieb leider aus. Man begann eben etwas früher, den Feierabend mit einem Bierchen einzuläuten.

Der Sommer verging und der Herbst stellte die Gastronomie wieder vor neue Herausforderungen durch steigende Infektionszahlen und die darauffolgenden Sanktionen der Politik.

Sperrstunde um 23.00 Uhr. Sperrstunde um 22.00 Uhr. Ein Restaurant, das generell auf seinen Umsatz am Abend angewiesen ist, versuchte nun natürlich, möglichst viele Reservierungen in der knapp bemessenen Zeit unter zu bekommen. Also saß man nun wie Hühner auf der Stange, mit dem Ellenbogen an einer wackeligen Plexiglas Scheibe klebend, beim neu eröffneten In-Asiaten und wurde nach zwei Stunden gebeten, den Platz wieder frei zu machen, da die nächste Reservierung schon wartete. Also beendete man nach der ersten Flasche Wein und ein paar Vorspeisen recht unbefriedigt und vor allem noch hungrig den Restaurantbesuch. Da die heitere Runde definitiv noch nicht bereit war, den Abend so zu beenden, fuhren alle zum Lieblings-Italiener um die Ecke, nahmen zwei Pizzen mit nach Hause und ließen den Abend dort mit nicht wenigen weiteren Flasche Wein ausklingen. Der unvergessliche Restaurantbesuch hat an jenem Tag nun nicht stattgefunden.

Mit den sinkenden Temperaturen stiegen wieder die Infektionszahlen. Nur im Gegensatz zum Frühjahr nun um einiges diffuser und schwieriger nach zu verfolgen. Als resultierende Konsequenz sah die Politik keine andere Möglichkeit, als die Gastronomie wieder auf ein Minimum runter zu fahren. Wieder jegliche Speisen To Go und der Besuch eines Lokals war verboten. Jetzt waren leider keine Temperaturen mehr wie im Frühling. Draußen im freien sein Mittagessen zu genießen, wurde immer ungemütlicher. Bars, die zuvor schon umgesattelt hatten auf kleine Snacks mussten sich nun wieder etwas Neues einfallen lassen. Die Nachfrage nach Fingerfood war bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht gerade beliebt.

Aber, bald war ja Weihnachten. Und Christkindlmärkte würde es dieses Jahr auch keine geben. Also beschlossen viele Cafés und Bars, von nun an Glühwein zu verkaufen. So war wenigstens ein bisschen gemütliche Weihnachtsstimmung in der Stadt. Ein kleiner Einkaufsbummel mit einem leichten „Surri“ macht ja doch mehr Spaß.

Wenn da nicht die Politik wieder gewesen wäre. Alkoholverbot im öffentlichen Raum. Die Ansammlung von vielen Menschen sollte so verhindert werden. Schließung des Einzelhandels, da die Einkaufsmeilen zu überlaufen waren. Mittlerweile sind die Innenstädte leer und Gastronomen, die auf den Verkauf von Glühwein gesetzt hatten und sogar noch auf die Idee kamen, im Zusammenhang Christbäume anzubieten, stehen nun den lieben langen Tag ohne vorbeischlendernde potentielle Gäste vor ihrem Lokal. Die nächste Idee, der nächste Versuch, ein wenig was dazu verdienen zu können in dieser Krise – wieder zunichte gemacht.

Ja, für jene Unternehmen, die die vergangenen Jahre gute Umsätze eingefahren haben und die kein Problem damit haben, die Zeit nun „auszusitzen“, die werden vermutlich mit 75%iger Entschädigung und den Angestellten in Kurzarbeit gut zurechtkommen. Aber für all die, die arbeiten WOLLEN. Die seit Jahrzehnten ihren Laden mit Herz führen und das Leben der Gastgebers einfach vermissen. Die sind mit jedem neuen Verbot, mit jeder neuen Auflage, Vorschrift, mit ihrer Lust und Kraft und Kreativität am Ende.

Aber es gibt auch die, die Glück haben. Trotz ausnahmsloser Speisenmitnahme ist die Nachfrage da. Die Gäste, die kommen, sind gesprächig und freuen sich, dass ihr Lieblingslokal noch geöffnet hat. Wenn man schon mutterseelenallein im Büro sitzt, da man je nach Gruppe A oder B in die Arbeit gehen darf, freut man sich umso mehr auf die Mittagspause und den sozialen Kontakt außerhalb seines privaten Haushalts. Wenige Minuten, in denen man auf sein Essen wartet und ein Pläuschen halten kann, ist schon eine wohltuende Abwechslung und gibt einen den gewünschten Schwung für die zweite Halbzeit allein im Office. Dass Kontakt zu anderen Menschen keine Selbstverständlichkeit mehr ist und man die Momente in der Woche, an denen man Kontakt hat, an einer Hand abzählen kann – das hätte man sich vor einem Jahr nie vorzustellen gewagt.

Fiona Stanischeff
Gastronomin, Biologin und freie Redakteurin

Hinweis:

Es handelt sich um einen redaktionellen Beitrag der Autorin, der nicht unbedingt immer die Meinung von uns wiedergibt. In diesem Fall jedoch schon.

Ihr Team von SCHOMERUS Consulting (www.schomerus.consulting).


Podcast “NGO mit Oh”

Dazu passend: Die Gastronomin und freie Redakteurin Fiona Stanischeff und Laura Stanischeff unterhalten sich über die Auswirkungen der Pandemie auf die Gastronomie in unserem Land.

Ansprechpartnerin

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Laura Stanischeff

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