Motivierendes Marketing. Klare Kommunikation. Fundiertes Fundraising.

Nachlass-Fundraising für Gemeinnützige

In der Coronakrise verzeichneten viele Organisation ein deutlich gestiegenes Interesse an dem Themenbereich „Testamente“. Während sich in den letzten Jahren immer mehr Vereine und Stiftungen zu diesem Thema positioniert hatten, so war die Nachfrage nach Informationsmaterial und Erbschaftsbroschüre selten so hoch, wie in den Monaten März und April.

Für diesen Anstieg gab es wohl zwei wesentliche Gründe. So waren die Themen Krankheit und Tod „Tag für Tag“ sehr präsent. Die medialen Berichte über den möglichen tödlichen Verlauf der Viruserkrankung, insbesondere für ältere Menschen und Vorerkrankte, ließ viele Menschen über ihren letzten Willen nachdenken.

Ein weiterer Grund lag in der verfügbaren Zeit durch Homeoffice und Kurzarbeit. Den Menschen war es möglich, sich über die steuerlichen und rechtlichen Anforderungen an ein Testament zu informieren. Über das Erbrecht im Allgemeinen, Erbfolge und Pflichtanteilen im Besonderen.

Auch war in diesem Kontext der Wunsch bei vielen Menschen präsent, über den Tod hinaus für gemeinnützige Zwecke zu spenden. Daher wurden die Webseiten der gemeinnützigen Organisationen, die über Erbschaften und Testamente informieren, besonders oft angeklickt.

Immer mehr Deutsche bedenken Gemeinnützige

Das Vermächtnisfundraising ist eine ganz besondere Disziplin im Spendenwesen der Organisationen. Schon seit Jahrhunderten werden Gemeinnützige in Testamenten bedacht.

Und laut einer aktuellen der Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) können sich 28 % der Deutschen über 50 Jahre vorstellen, eine gemeinnützige Organisation im Testament zu bedenken. Bei Kinderlosen steigt dieser Wert sogar auf 51 % der Befragten. Doch nur jede zweite Person über 60 Jahren hat auch tatsächlich ein rechtsgültiges Testament.

Auch sind die Zahlen des Erbschaftsaufkommen beachtlich. Bis 2025 sollen als € 4,6 Billionen (4.600 Mrd.) vererbt werden. Und nicht alles Geld geht an die eigenen Kindern. Denn einige haben keine Kinder und suchen dennoch einen geeigneten Erben für ihr Vermögen. Doch aus Menschen mit Kindern können sich vorstellen, (zusätzlich) eine gemeinnützige Organisation zu bedenken.

Dankbarkeit und Betroffenheit als Motive

Gründe, gemeinnützige Organisationen zu bedenken, gibt es genug. Ein sehr wichtiges Motiv der Erblasser ist eine inhaltliche Nähe zu den bedachten Organisationen. Vielleicht haben sie zu Lebzeiten bereits für die Organisation gespendet. Oder sie haben eine besondere Nähe zu den Themen der Organisation, vielleicht durch persönliche Betroffenheit.

Vertrauen und Nähe ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl einer Organisation.

Eine Organisation muss bei ihren Spenderinnen und Spendern dieses Vertrauen Stück für Stück aufbauen. Daher ist Vermächtnisfundraising an der Spitze der sogenannten Spendenpyramide.

Ein weiteres Motiv für viele Menschen ist Dankbarkeit. Seit über 75 Jahren leben die Menschen in Deutschland in Frieden und einer stabilen politischen Struktur. Es geht vielen Leute gut – und nicht für alle ist das selbstverständlich. Daher möchten die Menschen etwas von ihrem Geld abgeben.

Strukturiertes Erbschaftsfundraising aufbauen

Erst, wenn in der Organisation das Fundraising stabil etabliert ist, ausreichend Menschen zur regelmäßigen Unterstützung in der Spendenbetreuung sind, lohnt sich der Aufbau eines strukturierten Erbschaftsfundraising.

Klassischerweise besteht das Erbschaftsfundraising aus aktiven und passiven Elementen.

Die aktiven Elemente sind

  • Vorträge für potenzielle Erblasser
  • Anschreiben
  • Versendung von Informationsmaterial.

Die passiven Elemente bestehen aus

  • Erbschaftsflyer
  • Erbschaftsbroschüre
  • Information auf der Webseite.

Erbschaftsveranstaltungen sind eine gute Gelegenheit, die Spenderinnen und Spender persönlich kennenzulernen. In einer Kombination aus einem fachlichen Vortrag, den eine Anwältin oder ein Anwalt hält, kann die Organisation vorstellen, für welche Zwecke die Mittel verwendet werden können.

Die Erbschaftsbroschüren, zum Download auf der Webseite oder als Postzusendung, geben die Organisationen (ebenfalls mit fachlicher Expertise) eine Übersicht über die wichtigsten steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Und die Organisation hat die Möglichkeit, ausgewählte Projekte in Wort und Bild vorzustellen.

Fazit: Erbschaftsfundraising lohnt sich

Erbschaftsmarketing lohnt sich. Doch es ist nicht der Start in das Fundraising, sondern der krönende Schlussstein. Idealerweise arbeiten Organisationen eng mit Fachleuten zusammen. Anwälte können die interessierten Erblasserinnen und Erblasser beraten – Fundraiser dürfen das nicht. Der Schwerpunkt der Organisation sollte auf einer stabilen Bindung zu den Geberinnen und Gebern liegen.


Podcast ZIELFÜHRUNG

Dazu passend: Der Podcast ZIELFÜHRUNG, Episode #7: Nachlass-Fundraising für Gemeinnützige – Kriterien für einen nachhaltigen Erfolg. Andreas Schiemenz im Gespräch mit mit Rechtsanwältin Dr. Nadja Sievers und Nachlass-Fundraising-Experte Udo Schnieders.

Webinar: Nachlass-Fundraising – Kriterien für einen nachhaltigen Erfolg

Dazu passend: In dem Webinar vermitteln Dr. Nadja Sievers, Rechtsanwältin mit dem Tätigkeitsschwerpunkt nationales und internationales Erbrecht und Udo Schnieders, der mehrfach Nachlass-Fundraising implementiert hat, welche Maßnahmen und Faktoren zum nachhaltigen Erfolg des Nachlass-Fundraisings führen. Webinar am 27.05.2020, 15:30 – 17:00 Uhr

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Laura Stanischeff

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